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Deutsche Weinstraße  ( 85 km )

Bild von Deutsche Weinstraße

Die Deutsche Weinstraße:
85 Kilometer Lebensfreude

Die Idee muß gut gewesen sein, sonst wäre sie andernorts nicht so oft kopiert worden: Als die Pfälzer 1935 "ihre" Deutsche Weinstraße gründeten, begann die Geschichte eines Phänomens. Die erste und nach wie vor bekannteste weintouristische Route Deutschlands hat in anderen Weinbaugebieten zwar ihre Nachahmer gefunden; dennoch ist sie auf ganz besondere Weise einzigartig geblieben: Sie ist Inbegriff für eine zauberhafte Landschaft mit einer Vielfalt von Urlaubs- und Freizeitangeboten und für das edelste Produkt dieser sonnenverwöhnten Region, den Pfälzer Wein. Sie steht für 85 Kilometer Lebensfreude.

Wer mit Bus oder Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs ist, kann sie unbeschwert genießen. Ob dieser "Saumpfad der Glückseligkeit" im Norden beginnt, wo Rheinhessen aufhört, und im Süden endet, wo das Elsaß anfängt - oder umgekehrt, das ist ein akademischer Streit. Deshalb bleibt es jedem selbst überlassen, wo er den Einstieg wählt und wo er haltmacht. Reizvolle Stationen gibt es reichlich - hier ist eine Auswahl.

Bockenheim ist das nördliche Tor zur Deutschen Weinstraße. Der idyllische Ort beherbergt seit 1995 ein repräsentatives Gebäude, das den Namen dieser Straße trägt. Hier gibt’s Informationen, gutes Essen und natürlich Pfälzer Wein. Nicht weit von hier liegt Grünstadt, das Herz des Leiningerlandes, wo eine hübsche Fußgängerzone zum Bummeln einlädt. Einen Abstecher ist Neuleiningen wert, das mittelalterliche Bergdorf mit seiner imposanten Burg. Zu den schönsten historischen Städtchen zählt Freinsheim mit seinen mächtigen Wehrtürmen und seinen romantischen Gassen. Der Stadtmauerrundgang wird zu einer Zeitreise.

Ein paar Kilometer westlich, direkt an der Weinstraße, kann man in Kallstadt den Saumagen gleich dreifach erleben: als Pfälzer Lieblingsgericht, als Weinlage und als flüssigen Genuß im Glas. Nur einen Spaziergang entfernt haben vor fast 2000 Jahren die Römer Reben angebaut. Das römische Weingut bei Ungstein zählt zu den bedeutendsten kulturhistorischen Stätten des Weinbaugebiets.

Ganz zeitgemäß gibt sich Bad Dürkheim, "wo Gesundheit Spaß macht". Kuranlagen, Gradierbau, Spielbank, Wurstmarkt, Riesenfaß, Kloster Limburg und vieles mehr gehören ins Erlebnisstenogramm der Stadt mit ihrer liebenswerten Mischung aus Geschäftigkeit, Eleganz und Gemütlichkeit. Die nächste Station, das 650 Jahre alte Wein- und Sektstädtchen Wachenheim, wird von der Wachtenburg überragt. Der Panoramablick und ein guter Schoppen Wein lohnen den Aufstieg.

Die berühmte Rieslinggemeinde Forst mit ihren eindrucksvollen Weingutsgebäuden und Winzerhöfen ist ein schöner Vorgeschmack auf das nicht minder berühmte Deidesheim. Sein Reichtum an Sehens- und Erlebenswertem beginnt beim historischen Rathaus mit dem Museum für Weinkultur und sollte mit dem romantischen Stadtmauerrundgang noch lange nicht enden.

Über Königsbach, Mußbach und Gimmeldingen erreicht der Weinstraßenbummler Deutschlands größte Weinbautreibende Gemeinde: Neustadt. Der Charme der Stadt mit ihrer schönen Fußgängerzone und der Altstadt mit dem historischen Marktplatz trägt viel zum Prädikat „Perle der Pfalz“ bei. Am Bahnhof gibt es ein Eisenbahnmuseum, und hier macht auch das Kuckucksbähnel für die Fahrt ins Lambrechter Tal Dampf. Das Hambacher Schloß, als "Wiege der deutschen Demokratie" seit dem Hambacher Fest im Jahr 1832 hinreichend bekannt, gehört zu den eindrucksvollsten Bauwerken am Haardtrand.

Vorbei am geografischen Mittelpunkt der Deutschen Weinstraße geht es nach Maikammer, dem gastlichen Fremdenverkehrsort, und nach St. Martin, einem wirklichen Schmuckstück unter den vielen hübschen Weinbaugemeinden der Pfalz, gekrönt von der Ruine Kropsburg. Die Villa Ludwigshöhe ist Edenkobens bestes Stück, einst Sommersitz des Bayernkönigs Ludwig I. und heute ein Museum mit vielen Bildern des Impressionisten Max Slevogt. Wer noch höher hinaus will, kann mit der Sesselbahn zur Rietburg hinauffahren, einem der "Balkone der Pfalz" mit einem herrlichen Blick über die Rheinebene.

Nach der Gemahlin König Ludwigs ist die Theresienstraße in Rhodt unter Rietburg benannt. Alte Kastanienbäume und prächtige Winzerhöfe prägen das Bild. Edesheim, Hainfeld, Burrweiler, Gleisweiler mit seinem subtropischen Garten, Frankweiler und Birkweiler heißen die beschaulichen Weinbaugemeinden in einem der schönsten Abschnitte der Deutschen Weinstraße, wo Rheinebene und Pfälzerwald einander begegnen.

Städtisches Leben herrscht dagegen wenige Kilometer weiter in Landau, der nächsten Station auf der Weinstraßentour. Die alte Festungs- und Gartenstadt ist heute das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der Südlichen Weinstraße. Für den Einkaufsbummel sollte man sich Zeit nehmen. Ein Stück Weges westlich lockt Annweiler, überragt von der Reichsfeste Trifels, zu einem Abstecher in den Pfälzerwald. Nicht weit von hier liegt der Wild- und Wanderpark der Südlichen Weinstraße in Silz - ein reizvolles Ausflugsziel für die ganze Familie.

Hoch am Berghang über Leinsweiler sitzt der Slevogthof, wo der Maler gelebt und gearbeitet hat - ein Ziel für Kunstfreunde. Der landschaftliche Reiz und die strategisch günstige Lage veranlasste dereinst die hohen Herren, sich hier mit wehrhaften Mauern zu umgeben, was die Madenburg bei Eschbach und Burg Landeck bei Klingenmünster heute noch bezeugen.

Auf der Weiterfahrt nach Süden lädt Gleiszellen mit seiner malerischen Winzergasse zum Verweilen, bevor es weitergeht in Richtung Bad Bergzabern. Das Staatsbad mit seiner Vielzahl an Kur- und Kultureinrichtungen, dem Thermalbad und dem weitläufigen Kurpark ist ein Ort für Ruhe und Erholung. Sehenswert: die stimmungsvolle Altstadt, das Schloß und das Gasthaus "Goldener Engel", im Stil der Renaissance erbaut.

Dörrenbach, kurz vor der französischen Grenze gelegen, rühmt sich, das schönste Fachwerkhaus der Pfalz zu haben. Durch Oberotterbach führt die Deutsche Weinstraße dann nach Schweigen-Rechtenbach und endet gleich hinter dem Deutschen Weintor an der Grenze zum Elsaß, wo schon das romantische Städtchen Weißenburg herübergrüßt.

Ob die Deutsche Weinstraße hier im Süden anfängt oder endet, ist letztlich auch deshalb keine ernsthafte Streitfrage, weil viele Besucher hier einfach kehrtmachen und die Strecke hinauf nach Bockenheim gleich noch mal in umgekehrter Richtung zurücklegen - so gut hat es ihnen gefallen.

Text: Holger Mühlberger

Karte von Deutsche Weinstraße