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Nordseeküstenradweg  ( 357 km )

Bild von Nordseeküstenradweg
Auf den Wattenmeer-Fähren sind Radfahrer willkommen. Foto: Nordsee-Tourismus-Service GmbH

Länge
357 Kilometer

Anfang
In der Hafenmetropole Hamburg (An- und Abreisemöglichkeit mit der Deutschen Bahn)

Ende
In Klanxbüll, kurz vor der dänischen Grenze (An- und Abreisemöglichkeit mit der Deutschen Bahn)

Gesamtdauer
- in 50 Kilometeretappen - 7 Tage
- kürzere Etappen von Ort zu Ort liegen zwischen 20 und 40 Kilometern

An- und Abreisebahnhöfe
Hamburg, Elmshorn, Klanxbüll u.a.

Streckenverlauf
- ab Hamburg die Elbe entlang bis Brunsbüttel,
- Überquerung des Nord-Ostsee-Kanals
- weiter auf kaum befahrenen "Wirtschaftswegen" quer durch die Dithmarscher Köge
- zwischen Büsum und St. Peter-Ording direkt am Nationalpark Schleswig Holsteinisches Wattenmeer vorbei
- über Husum und Nordstrand bis Dagebüll fast immer der Deichlinie nach bis zur dänischen Grenze

Wegequalität
- sehr gut, vorwiegend asphaltiert
- durchgehend mit einheitlichem Logo beschildert
- fast ausschließlich auf Radwegen vor und hinter den Deichen
- auf kaum befahrenen, ländlichen Wirtschaftswegen
- nur selten entlang von etwas stärker befahrenen Straßen
- keine Steigungen
- Kinder können problemlos mitradeln

Windverhältnisse
- Wind ersetzt an der Nordseeküste die Berge
- Wind weht sehr häufig aus Nord-West
- Alternative: Teilstrecken mit dem Fahrradbus oder der Bahn zurücklegen

Sehenswerte Orte
Hamburg, Glückstadt, Brunsbüttel, Meldorf, Büsum, St. Peter-Ording, Husum, Niebüll, Seebüll

"Highlights" an der Strecke
- Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer - St. Peter-Ording - 12 Kilometer langer Sandstrand, Pfahlbauten
Naturzentrum Katinger Watt
Multimar Wattforum
Vogelschutzgebiete
- Hafenstadt Büsum
Eidersperrwerk
Leuchttürme
Meldorfer Dom
- Husum - Theodor Storm Stadt
Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf
Nolde Museum in Seebüll
Hebbel-Museum in Wesselburen
- Abstecher zu den Inseln Sylt, Amrum, Föhr, Pellworm, Helgoland und den Halligen

Fahrradbusse
Fahrradbusse verkehren in der Region und nehmen jedes Fahrrad für 1 Euro mit.

Unterkünfte
- Gastgeber haben sich auf Radwanderer eingestellt
- Vermietung nur für eine Nacht manchmal problematisch
- zu den Ferienzeiten im Sommer Reservierung ratsam
- Liste der Buchungsstellen unter www.nordseekuestenradweg.de

Infostelle
Nordsee-Tourismus-Service GmbH
Postfach 1611, 25806 Husum
Tel. 0180/ 066 077 (8 bis 20 Uhr)
E-Mail: nordsee@t-online.de
Internet: www.nordseekuestenradweg.de

Radwandern mit Meeresblick
Der Nordseeküsten-Radweg zwischen Hamburg und Dänemark

(NBV) Durch saftig-grüne Köge radeln oder hautnah am faszinierenden Wattenmeer entlang. In einem kleinen Ha-fen fangfrische Krabben aus der Tüte genießen, das Rad irgendwo am Deich für eine Badepause ruhen lassen und später in einer fotogenen Altstadt auf Entdeckungsreise gehen. Das sportlich- intensive Nordsee-Erlebnis hat einen Namen: North Sea Cycle Route. Auf 6000 Kilometern und durch 7 Länder rund um die Nordsee führend, wurde sie im Mai 2001 als längster beschilderter Radwanderweg Europas eröffnet - und sofort etappenweise von begeisterten Radwanderern "erfahren". Und so rollen auch zwischen Hamburg und der dänischen Grenze, am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer entlang, seitdem unermüdlich die Räder. Tendenz: zunehmend.

Es ist ein ebenso erholsames wie erlebnisreiches Vergnü-gen, das den Radwanderer zwischen Unterelbe und Dä-nemark erwartet. Die ebene Landschaft ist wie zum Rad-wandern geschaffen, vor allem wenn der frische Wind von hinten schiebt. Und bläst er gar zu kräftig von vorne, so gibt es vielerorts die Möglichkeit, samt Gefährt einen Fahrrad-bus zu besteigen oder ein paar Stationen weit die Bahn zu benutzen. Selten ist man auf "langweiligen" Radwegen an Bundesstraßen unterwegs. Viel häufiger bewegt man sich komfortabel auf kaum befahrenen, gut asphaltierten ländli-chen Wirtschaftswegen oder auf sogenannten "Katastrophenwegen" vor oder hinter den Seedeichen. Die sind be-sonders eindrücklich. Einerseits das grandiose Erlebnis des Wattenmeers, andererseits friedlich weidende Deichscha-fe...Typisch Nordsee eben!

Von Hamburg bis zur dänischen Grenze sind es 357 ab-wechslungsreiche Kilometer. Die wenigsten Touristen ra-deln sie in voller Länge ab, man erkundet eher die eine oder andere Etappe rund um den Urlaubsort. Oder man entscheidet sich für eine kleinere Region wie die Unterelbe, Dithmarschen oder die Köge hoch oben im Norden, wo das Deutsche allmählich einen dänischen Klang bekommt. Ir-gendwo unterwegs ein Bett für eine Nacht zu bekommen, ist meist kein Problem. Die Gastgeber am Nordseeküsten-Radweg haben sich auf die Radwanderer eingestellt. Re-servierung ist allerdings anzuraten.

Zwischen Hamburg und dem Nord-Ostsee-Kanal
Die Strecke von Hamburg bis zum Nord-Ostsee-Kanal ist 110 Kilometer lang. Elbe-Radwanderweg könnte sie heißen, denn bis Brunsbüttel - der westlichen Kanalmündung - geht es durch Haseldorfer und Wilstermarsch immer die Unterelbe entlang. Wedel ist die erste Stadt auf schleswig-holsteinischem Gebiet. Die Schiffsbegrüßung Willkommhöft und die ersten beschaulichen Kilometer schön auf dem Elbdeich sind ein zünftiger maritimer Auftakt. Durch die Ha-seldorfer Marsch führt die Route dann noch einmal land-einwärts, Elmshorn entgegen. Ein Verzicht auf diesen Ab-stecher ist jedoch an Wochenenden ungewöhnlich reizvoll: Bei Seesteraudeich an der Krükau wartet dann ein musku-löser Fährmann mit der historischen motorlosen Minifähre Kronsnest auf Fußgänger, Radler und Räder. Von Kollmar bis nach Glückstadt und danach weiter fast bis St. Marga-rethen geht es wieder zünftig am Elbdeich entlang. Glückstadts Altstadtkern - ein sehenswertes Stadtdenkmal! Glückstädter Matjes - eine Delikatesse, die es hier in un-zähligen
leckeren Variationen gibt. Auch das kleine Dorf St. Marga-rethen, gleich hinterm Elbdeich, hat seine Spezialität: den St. Margarethener Damenlikör. Ein teuflisch scharfer Schnaps, mit dem schon manche(r) zum Narren gehalten wurde.
Der Nord-Ostsee-Kanal - ein Höhepunkt dieser Etappe. Allein schon wegen der Schleusenanlagen und zum "Traumschiffe gucken" ist Brunsbüttel am Kanalende (oder -anfang) einen Besuch wert. Ein ebenso attraktiver wie er-holsamer "break" für radelnde Landratten: Mit dem Fähr-schiff mal eben in einer Stunde nach Cuxhaven rüber. Und zurück natürlich. Denn jetzt soll es

Durch Dithmarschen
Gehen. Bis Meldorf macht der Nordseeküstenradweg hier seinem Namen keine Ehre, denn er führt mitten durchs Land. Da gibt es Gemüse- und Kohlfelder soweit das Auge reicht. In Dithmarschen reifen jedes Jahr rund 80 Millionen Kohlköpfe heran - das größte Kohlanbaugebiet Deutschlands. Das Dorf Eddelak mit der Windmühle "Gott mit uns" (zu besichtigen), St. Michaelisdonn mit seinem kleinen Flugplatz und vor allem die Domstadt Meldorf machen die Strecke abwechslungsreich. Ein Vergnügen, durch Meldorfs historischen Stadtkern zu bummeln oder sich im Dithmar-scher Landesmuseum im Tante-Emma-Laden oder der Dorfschule umzusehen! Radelt man allerdings lieber stets in Nordseenähe, dann sollte man die Alternativstrecke über Friedrichskoog wählen. Da passiert man den Windpark im Kaiser-Wilhelm-Koog (mit Infozentrum) und kann später im kleinen Hafen von Friedrichskoog genüsslich fangfrische Krabben verspeisen oder die Seehunde in der Seehund-station besuchen. "Krabben satt" gibt es natürlich auch in Büsum, das man auf einer schönen Deichstrecke über Warwerort und Büsumer Deichhausen - mit gemütlich-ländlichen Badestränden - erreicht. Büsum, das ist Hafen-Atmosphäre und Wellness-Erlebnis, Strandleben und Shopping-

Vergnügen zugleich. Für manchen Nordseeradler sicher
auch Ausgangspunkt und Ziel seiner Touren, denn Büsum
ist nach St. Peter-Ording das zweitgrößte Seebad der Kü-ste.
Bis zum Eidersperrwerk, Grenze zwischen Dithmarschen und Nordfriesland, führt der Radweg nun immer innen am Deich entlang. Das reizt natürlich, ab und zu abzusteigen und und einen Blick über die Krone zu riskieren. Am Wat-tenmeer kann man sich nie satt sehen! Freunde des Dich-ters Hebbel wählen vielleicht die Alternativstrecke landein-wärts über die idyllische Kleinstadt Wesselburen mit seinem hochinteressanten Hebbelmuseum, in dem der junge Heb-bel als Schreiber des Kirchspielsvogts seine "Karriere" startete.
Das Eidersperrwerk stellt mit Tönning und dem Katinger Watt ein tagesfüllendes Ziel für sich dar. Da ist einerseits dieses ungewöhnliche technische Bauwerk, das die Eider reguliert und gleichzeitig das Land vor den Sturmfluten der Nordsee schützt. Da ist das Katinger Watt mit Feuchtge-bieten, Wiesen und Wald, ein üppig gewachsenes und bei Vögeln beliebtes Rast- und Brutgebiet, das erst durch den Bau des Eidersperrwerks (1967 - 1973) entstanden ist. Und da ist die historische Stadt Tönning mit ihrem maleri-schen Hafen und dem sehenswerten Multimar Wattforum, das die Schönheit und Einzigartigkeit des Nationalparks Wattenmeer auf lebendige, spannende und unterhaltsame Weise deutlich macht.

Durch die Halbinsel Eiderstedt
Von Tönning nach St. Peter-Ording und dann mitten durchs Land bis nach Husum: die Halbinsel Eiderstedt. Typisch die denkmalgeschützten Haubarge mit ihren gewaltigen, meist reetgedeckten Dächern, die man weithin in der tiefliegen-den Marschenlandschaft sieht. Typisch die beweideten Fennen, begrenzt von wassergefüllten Gräben und Sielzü-gen.

Eiderstedt liegt tief. Ohne sein weitverzweigtes Ent-
wässerungssystem würde es "absaufen". Eine besonders schöne Radelstrecke direkt am Außendeich verbindet Tön-ning und das Seebad St. Peter-Ording. Rechterhand friedli-che Köge, hie und da eine schmucke Ansiedlung, schöne Reetdachhäuser. Links der Blick über das Wattenmeer,
über Vorland und Lahnungen, in kleine Häfen und familiäre Badestellen. Kleine Stopps am Wege: eine kleine Galerie, ein Naturlehrpfad des Nationalparks, ein Wattenmeer-Infozentrum. Aktive Erholung pur!
St. Peter-Ording, größtes Seebad der Küste, verlockt mit seinem komfortablen Freizeitbad Dünentherme, mit dem Westküstentierpark, mit Shopping-Meilen und urigen Pfahl-baurestaurants auf dem 12 km langen Strand zu ausge-dehntem Aufenthalt. Da kann sich der Radler dann auch in Ruhe überlegen, welche Strecke er nach Husum wählen will. "Offiziell" verläuft der Nordseeküsten-Radweg auf der Halbinsel Eiderstedt nun über Tating und Garding, also durch das Landesinnere. Eine schöne Alternative aber ist der Deichweg am markanten Leuchtturm Westerheversand vorbei. In Uelvesbüll trifft er wieder mit dem offiziellen Rad-weg zusammen.
Unterwegs nach Garding radelt man nördlich der vielbefah-renen Bundesstrasse auf einem ruhigen, gut asphaltierten Wirtschaftsweg und trifft in Tating auf einen der ungewöhn-lichsten Gärten der Region, den Hochdorfer Garten, einen Barockgarten, der inzwischen zum geschützten Garten-denkmal gekürt wurde. Gardings Kirche thront auf einer Warft mitten auf dem Marktplatz der gemütlichen Klein-stadt, es ist der höchste Punkt der Halbinsel. 23 „Stadter-zählschilder“ machen Stadtbummler anschaulich mit Gar-dings Vergangenheit bekannt. Bis Uelvesbüll sind es nur 6,5 km. Und dann ist man auch fast schon am bildschönen weißgestrichenen "Roten Haubarg" in Witzwort - Café und Restaurant, landwirtschaftliches Museum und bestes An-schauungsob-

jekt für diese so typische Eiderstedter Bauernhausform. Vogel-Freaks erreichen bei Simonsberg und im Finkhaus-halligkoog ein Traumziel. Wasserflächen, durch Deichbrü-che bei Sturmfluten entstanden, entwickelten sich hier zu beliebten Vogelstätten. In der Ferne ist bereits Husum zu sehen.
Husum - Kreisstadt, Hafenstadt, Stormstadt, Museums-stadt, Krokusstadt im März. Eine Stadt, in der man mühelos mehrere Tage kurzweilig gestalten kann. Am malerischen Hafen mittendrin schmecken Fisch und Krabben ganz be-sonders frisch und lecker. Nordfriesisches Museum Nissen-Haus und Schiffahrtsmuseum bieten anschaulich Hinter-grundwissen zur Nordsee-Radtour. Das Theodor-Storm-Haus, jahrelang Wohnhaus des Dichters (zu besichtigen), ist noch im Originalzustand erhalten.

Von Husum zur dänischen Grenze
Die letzte Etappe bis zur dänischen Grenze ist 107 km lang und bis Dagebüll besonders "nordseeintensiv" - immer am Deich entlang, hautnah am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und mitten durch Naturschutz-gebiete. Zuerst geht es über einen Damm zur bäuerlichen Insel Nordstrand hinüber, die durch Landgewinnungsmaß-nahmen rechts und links allmählich immer mehr Festland-charakter bekommt. Ausgedehnte Kornfelder gibt‘s hier, Schafe über Schafe, kleine Häfen. Viele Verlockungen, zu verweilen. Hier starten die Fähre nach Pellworm und Aus-flugsschiffe in die Halligwelt, von hier kann man sich im Pferdewagen zur Hallig Südfall kutschieren lassen. Im Na-tionalpark-Infozentrum hört, sieht und erlebt man die Welt des Wattenmeers von bislang unbekannten Seiten. Vorm Weiterfahren unbedingt das "Nationalgetränk" Nordstrands, den Pharisäer, genießen! Aber nur einen, der hat’s nämlich in sich!

Nun kommt eine außergewöhnliche Strecke über einen
Damm, der den jungen Beltringharder Koog, ein Natur-schutzgebiet, von der Nordsee trennt. Eine Abzweigung führt auf einem Damm zur winzigen Hamburger Hallig mit ihrer Salzwiesen-Vegetation. Kein Problem, mit dem Rad hinüber zu fahren. 10 km weiter nördlich ist der Fährhafen Schlüttsiel erreicht. Von hier geht es zu den Halligen. Von Dagebüll, der nächsten Station, zu den Inseln Föhr und Amrum.
Jetzt entfernt sich die offizielle Route des Nordseeküsten-Radweges vom Wattenmeer. Es geht Niebüll und Seebüll entgegen - zwei lohnende Ziele für Kunstfreunde. Im Nie-büller Richard-Heizmann-Museum ist moderne Kunst zu Hause, der Name Seebüll steht für sich. Seebüll, das ist Emil Nolde. Das sind seine Bilder und das ist sein noch von ihm selbst angelegter üppiger Garten, in Frühling, Sommer und Herbst eine einzige Farben- und Blütenpracht.
Nun ist die dänische Grenze fast erreicht. Und wer noch nicht genug hat, der fährt auf der North Sea Cycle Route einfach nordwärts weiter. Und fährt und fährt und fährt – bis er eines Tages wieder in Hamburg landet.

Weitere Infos unter:
www.northsea-cycle.com

Karte von Nordseeküstenradweg